Linkswinkel-Kreuz des Gefäßes der Liebe
Wie viel dir an einem Menschen oder einem Ort liegt, zeigt sich bei diesem Thema weniger in Worten als im Tun: Du kommst vorbei, bleibst und packst mit an. Das Gefäß der Liebe fasst Liebe in vielen Formen: zu Menschen, zum Leben und zur eigenen Richtung. Unbefangenheit, ein Gespür für den richtigen Platz, ruhige Konzentration und Lebensfreude füllen es. Ganz erfüllt wird es aber erst, wenn jemand annimmt, was du gibst, und es erwidert.
Lebensthema
Ein Gefäß nimmt etwas auf und gibt es weiter. Das Bild passt zu einer Liebe, die einzelnen Menschen ebenso gilt wie dem Leben selbst, dem eigenen Weg und dem Miteinander vieler. Gefüllt wird dieses Gefäß im Linkswinkel durch Begegnungen: Zuneigung, die du gibst, verändert andere, und was andere dir entgegenbringen, kann in dir eine Wärme wecken, die du vorher nicht kanntest. Nicht jede Begegnung füllt es; manche zeigen dir eher, wo es schon voll ist. Über die Jahre kann sich zeigen, welche Formen von Zuneigung zu dir passen: die leise Aufmerksamkeit im Alltag, die Treue zu einem Ort, das Dranbleiben an etwas, das sich verbessern lässt. Das Thema fragt weniger danach, wie viel du fühlst, als danach, wo dein Gefühl in Handlung übergeht.
Die vier Tore
Mit 25 (Geist des Selbst) gehst du auf Unbekanntes zu, ohne Bedingungen zu stellen. Tor 46 (Bestimmung des Selbst) verwandelt diese Bereitschaft in Erfahrung: Du kommst dort an, wo du tatsächlich hingehst und zupackst. Beide liegen im , in dem Identität, Liebe und Richtung zusammenlaufen, und geben dem Kreuz seinen Grund.
Im , einem und , finden sich Tor 52 (Stille) und Tor 58 (Vitalität). Die Stille hält den Druck beisammen, bis er sich auf eine Sache richtet; die Vitalität gibt dieser Sache Schwung, solange sich etwas verbessern lässt.
Sich einlassen, erleben, bündeln, verbessern: In dieser Folge zeigt sich Liebe als etwas, das du pflegst, statt es nur zu fühlen.
Im Alltag
Auf der Bank vor dem Hauseingang sitzt du als Kind neben der alten Dame aus dem Erdgeschoss und hörst, wer früher wo gewohnt hat. In deinen Dreißigern nimmst du Pakete für die Familie von nebenan an, und ihr Alltag wird dir mit der Zeit vertraut. Mit über fünfzig wartest du bei einer neuen Nachbarin nicht auf eine zufällige Begegnung, sondern bietest ihr an, ihr die Wege im Viertel zu zeigen.
In der Poststelle eines Rathauses, in der du mit Anfang zwanzig anfängst, fällt dir auf, dass die Laufzettel umständlicher sind als nötig, und du schlägst eine kürzere Form vor. Mit Mitte dreißig übernimmst du die Einarbeitung einer neuen Kollegin und bleibst an ihrer Seite, bis sie sich sicher fühlt. Gegen Ende deines Berufslebens ordnest du deine Unterlagen so, dass sich die Nachfolge darin zurechtfindet. Jede dieser Stationen kann sich wie derselbe Wunsch anfühlen: dass es für die Menschen um dich herum etwas leichter wird.