Juxtapositions-Kreuz der glücklichen Fügung
Manches, was du nie geplant hast, entpuppt sich Jahre später als genau der Umweg, der gefehlt hat. Zufälliges, Angebotenes und Zugefallenes fügen sich zu einer Linie, die du beim Losgehen nicht sehen konntest, und diese Linie bleibt sich treu, egal wer dich gerade begleitet. Das steuert die Offenheit für das bei, was auftaucht, das die Ausdauer, bei dem zu bleiben, was sich dann zeigt. Glückliche Fügung ist hier eine Erfahrung im Nachhinein, kein Versprechen.
Lebensthema
Glückliche Fügung meint, dass sich Unerwartetes erst im Nachhinein als passend herausstellt. Im Moment selbst fühlt es sich oft nur nach einer Gelegenheit an, die gerade vorbeikommt. 46 gibt diesem Kreuz sein Thema, die drei übrigen Tore bringen Offenheit, Ruhe und Lebenslust hinzu. Gleich bleibt dabei dein Umgang mit solchen Gelegenheiten: Du lässt dich immer wieder auf Neues ein, das dir über den Weg läuft, bleibst eine Weile dabei und entdeckst erst später, wohin es geführt hat. Bei dieser Juxtaposition gehst du eher los, als lange abzuwägen.
Das Thema verlangt keinen Plan und keine Deutung im Voraus. Es lädt dazu ein, zurückzuschauen und zu bemerken, wie sich einzelne Stationen aneinanderreihen.
Die vier Tore
Glückliche Fügungen setzen Bewegung voraus. Tor 25 (Geist des Selbst) öffnet dich für eine Situation, ohne dass du vorher fragst, was sie dir bringt. Tor 46 (Bestimmung des Selbst), das dieses Kreuz prägt, macht daraus gelebte Erfahrung: Du landest an Orten und in Aufgaben, indem du sie tatsächlich durchläufst. Beide liegen im G-Zentrum und geben eine Richtung, die nicht vorher feststehen muss.
Tor 52 (Stille) und Tor 58 (Vitalität) liegen im Wurzelzentrum, das als Antrieb und Druck bereitstellt. Die Stille hält die Aufmerksamkeit bei einer Sache, auch wenn Ablenkung lockt; die Vitalität bringt die Lust, an dem Gefundenen weiterzufeilen. Die Bewegung dieses Kreuzes hat damit drei Teile: offen hineingehen, bleiben und Stück für Stück stimmiger machen, was sich zufällig ergeben hat.
Im Alltag
Auf einer Baustelle springst du mit achtzehn für einen Kollegen ein, der kurzfristig fehlt, und bleibst länger, als geplant war. Einige Jahre danach bekommst du dort die Aufgabe, Abläufe zu ordnen, die dir vorher nur als Unannehmlichkeit aufgefallen waren. Wenn du später Auszubildende über die Baustelle führst, kann sich der ungeplante Einstieg wie ein roter Faden anfühlen.
In der Bürgerinitiative für einen Radweg verteilst du Flyer, weil eine Freundin dich darum bittet. Bald darauf sitzt du als beratendes Mitglied im Ausschuss der Stadt und hörst den Anliegen der Nachbarschaft zu. Mit Mitte dreißig nimmst du Menschen in Empfang, die zum ersten Mal zur Initiative kommen, und dir kann erst dabei auffallen, wie viel von deinem Weg nie vorgesehen war.