Juxtapositions-Kreuz der Schicksale
Manche Sehnsüchte lassen sich nicht wegschieben, und manche Zusagen fühlen sich an, als hätten sie schon auf dich gewartet. Um dieses Zusammentreffen kreist das Kreuz: Ein Verlangen wird stärker, ein Ja fällt, die Kraft dafür ist plötzlich vorhanden, und was dann geschieht, gehört ganz in diesen Augenblick. Schicksal heißt hier nicht, dass alles feststeht, sondern dass bestimmte Wege dich immer wieder finden. Mit der Zeit kann sich so eine Linie abzeichnen, die durch sehr verschiedene Lebensabschnitte führt und sich wenig darum kümmert, was andere für dich vorgesehen hatten.
Lebensthema
Sehnsucht steht im Zentrum: ein Wollen, das lange vor jedem Plan da ist und sich erst im Erleben klärt. 30 bringt es mit; Gegenwart, Ausdauer und Macht entscheiden, wie aus diesem Wollen eine Erfahrung wird. Mit „Schicksalen“ sind hier Erfahrungen gemeint, auf die du dich einlässt und die dann erstaunlich lange gelten.
Das Gewicht liegt bei dieser Juxtaposition auf dem Einlassen selbst, weniger auf dem, was daraus wird. Manche Wünsche kehren Jahre später in neuer Gestalt zurück, manche Zusagen reichen weit über den Anlass hinaus. Welche Erfahrungen das sind, bleibt offen. Beschrieben wird die Art: Du testest sie nicht oberflächlich an, sondern gehst ganz hinein und sagst oder tust dann etwas daraus, das zur Lage passt.
Die vier Tore
Ein Verlangen setzt alles in Gang: Tor 30 (Sehnsucht) im gibt den Zug, ohne den es nichts gäbe, worauf du dich einlassen würdest. Tor 29 (Ausdauer) im antwortet darauf mit einem Ja, das auch hält, wenn die erste Begeisterung verflogen ist. Tor 34 (Macht), im selben Zentrum, einem , setzt dieses Ja in Bewegung, damit aus der Zusage Tun wird. Im zeigt Tor 20 (Gegenwart), was davon im Moment gesagt oder getan werden kann.
Wunsch, Zusage, Kraft und Ausdruck folgen so aufeinander, und manches Schicksal entsteht schlicht dadurch, dass du zu etwas Ja gesagt hast. Der 20-34 (Charisma) gehört zu jedem Chart mit diesem Kreuz und ist dort definiert. Der Kanal verbindet das Sakralzentrum direkt mit dem Kehlzentrum: Wer ihn hat, ist immer .
Im Alltag
In der Bücherei deines Viertels meldest du dich mit Anfang zwanzig für die Vorlesestunde, weil dich die Idee nicht loslässt. Du bleibst dabei, auch als andere Aufgaben wechseln, und kannst irgendwann die Leseförderung für den ganzen Stadtteil mitgestalten, obwohl du das nie geplant hast. In einer Sitzung des Trägervereins sagst du viel später, was gerade fehlt, und dieser Satz kann genau zur rechten Zeit kommen.
Zum Sommerpicknick am Fluss lädst du mit Mitte zwanzig zum ersten Mal ein und spürst, dass dir das Zusammenkommen mehr bedeutet als das Programm. Du lädst im nächsten Jahr wieder ein, und mit der Zeit kann daraus ein Termin werden, auf den sich deine Freunde einstellen. Beim Erntedankfest im Gemeindehaus, das du später mit ausrichtest, findest du für eine Besucherin, die allein am Tisch sitzt, das passende Wort.