Juxtapositions-Kreuz der Verpflichtung
Wenn der erste Reiz verflogen ist, zeigt sich, ob eine Zusage mehr war als ein Moment. Genau dort liegt das Thema dieses Kreuzes: ein Ja, hinter dem du wirklich stehst und das über Monate und Jahre trägt, auch wenn die Begeisterung des Anfangs längst Alltag geworden ist. Zum Dabeibleiben gehören ein Sehnen, das dich überhaupt erst anfangen lässt, eine Kraft, die kaum nachlässt, und eine Stimme, die im Jetzt sagt, was gilt. Wie du solche Festlegungen eingehst, mit offenen Augen und ohne dich nach fremdem Tempo zu richten, bleibt sich über lange Zeit gleich.
Lebensthema
Am Anfang der Verpflichtung steht eine Zusage, die du selbst gibst und danach hältst. Dass dein Weg hier so gleichmäßig verläuft, passt zum Thema: Eine Zusage verliert ihren Wert, wenn sie bei jedem Stimmungswechsel neu verhandelt wird. Worauf sich dein Ja richtet, wechselt; das Ja selbst ist der Fixpunkt dieser Juxtaposition.
Der Preis dafür ist die Festlegung selbst. Manchmal merkst du erst mitten in einer Sache, was dein Ja alles umfasst. Das Thema fragt dann, ob du dir ein Ja geben kannst, das auch dann noch stimmt, wenn es Mühe macht.
Die vier Tore
Um 29 (Ausdauer) im dreht sich dieses Kreuz: Zusage und Dabeibleiben gehören hier zusammen. Die drei anderen Tore geben der Ausdauer ein Ziel, Kraft und eine Stimme.
Ein Ja entsteht nur, wenn etwas lockt, und das übernimmt Tor 30 (Sehnsucht) im : Etwas will erlebt werden. Tor 34 (Macht) im Sakralzentrum hält ein Vorhaben in Gang, auch wenn die Arbeit zäh wird. Tor 20 (Gegenwart) im holt dich ins Jetzt; du kannst sagen oder zeigen, wo du gerade stehst, bevor aus Treue zur Gewohnheit Stillstand wird.
Tor 20 und Tor 34 bilden den 20-34 (Charisma), der bei allen Menschen mit diesem Kreuz definiert ist. Der Kanal verbindet das Sakralzentrum direkt mit dem Kehlzentrum: Wer ihn hat, ist immer . Die Energie von Tor 34 findet so einen kurzen Weg in Wort und Tat, Tor 29 gibt ihr Dauer, Tor 30 ein Ziel, das die Mühe lohnt.
Im Alltag
An der Werkbank im Schuppen deines Großvaters baust du mit elf ein Segelschiffmodell und gibst nicht auf, als der Mast zweimal bricht. Zwei Winter lang steckst du später deine Abende in einen alten Motorroller, dessen Reparatur dir niemand zutraut. Irgendwann gehört die Werkstatt zu deinem Jahr wie ein fester Termin, und bei jedem neuen Projekt kann das alte Ja wieder auftauchen.
Vor der Staffelei der Kunst-AG deiner Schule sagst du mit sechzehn zu, ein ganzes Jahr lang Porträts zu malen, und hältst dich daran, auch wenn dir die ersten Bilder nicht gefallen. Nach der Ausbildung hängst du deine Arbeiten im Flur eines Cafés auf, und Jahre danach übernimmst du die Leitung der Galeriegruppe in deinem Viertel. Das Ja von damals kann sich in jeder dieser Stationen anders anfühlen und bleibt doch erkennbar deins.