Kanal 20-34 – Charisma
Lebenskraft wird bei dir sofort sichtbar, als Satz oder als Tat, ohne Umweg über langes Abwägen. 20-34 (Charisma) koppelt das fest an das , sodass Antrieb und Ausdruck in deinem Chart eine Leitung teilen. Daher kommt das Tempo, mit dem du dich in eine Sache werfen kannst. Mit diesem Kanal bist du immer . Der Schwung ist reichlich da; entscheidend wird, worauf du reagierst und wem du vorher Bescheid gibst.
Thema
Energie und Ausdruck fallen in diesem Kanal zusammen. Der Kanal verbindet das Sakralzentrum direkt mit dem Kehlzentrum: Wer ihn hat, ist immer Manifestierender Generator. Was der Motor an Kraft bereitstellt, wird sofort zu Tun, oft schneller, als es sich erklären lässt. Für dich gelten damit und Informieren: Du antwortest auf das, was dir begegnet, und sagst anderen, was du vorhast, bevor du loslegst. ist das Zeichen, dass deine Energie gut eingesetzt ist; meldet, dass sie an der falschen Stelle arbeitet. Der Kanal gehört zum individuellen Schaltkreis.
Die beiden Tore
20 (Gegenwart) im Kehlzentrum hält die Stimme am Ort des Geschehens, wo Pläne und Erinnerungen sie nicht ablenken. Tor 34 (Macht) im Sakralzentrum bringt Energie mit, die nach einer Aufgabe verlangt. Ohne das andere hat Tor 20 das Wort, aber keinen Treibstoff dahinter, und Tor 34 läuft leicht ins Leere, weil der Ausgang fehlt.
Direkt verbunden wird aus Energie etwas Sichtbares, das jetzt passiert. Tor 34 liefert den Schub, Tor 20 gibt ihm einen Zeitpunkt und eine Form. Holprig wird es, wenn die Macht schneller ist als das Ankündigen: Der Körper ist schon unterwegs, und die Stimme muss erst nachliefern, was gerade geschieht. Es geht auch andersherum. Tor 20 verkündet etwas, das Tor 34 gar nicht trägt, und dann steht ein Satz im Raum, dem der Rest fehlt.
Im Alltag
Auf dem Tisch liegt der Stoff für einen Mantel, die Schere ist frisch geschliffen, und du schneidest los, noch während du dem Nähkreis erklärst, welche Naht als Erstes drankommt. Griff und Satz laufen gleichzeitig. Als jemand fragt, ob du nicht zuerst den Schnitt prüfen willst, kommt aus deinem Bauch ein klares „Passt so“, und deine Hände arbeiten weiter.
Auf dem Weg zur Hütte liegt nach dem Unwetter eine Fichte quer über dem Steig. Während die Gruppe noch berät, ob ihr umkehren sollt, hast du den Rucksack schon abgesetzt und rufst: „Ich hebe an, ihr kriecht drunter durch.“ Du stemmst den Stamm, bis die Letzte auf der anderen Seite ist, und gehst dann selbst voran.
Das Kinderzimmer riecht schon nach Farbe. Deine Tochter hat gefragt, ob es heute noch gelb werden kann, in dir hat sofort etwas Ja gesagt, und schon rufst du ins Wohnzimmer, dass der Flur bis zum Abend gesperrt ist, während du die Rolle ansetzt. Alle wissen Bescheid, bevor jemand mit Socken an die nasse Wand läuft.
Typische Fallen
Manchmal setzt du einen Satz in die Welt, bevor etwas in dir geantwortet hat. Auf dem Elternabend sagst du „Ich übernehme die Fahrdienste“, und auf dem Heimweg merkst du, dass dein Körper dazu nichts gesagt hatte. Aus dem schnellen Ja wird dann eine Aufgabe, die dich nicht trägt, und Frustration ist die Folge.
Nach einer Phase voller Anfänge liegen fünf Dinge halb fertig herum, jedes mit einer lauten Ankündigung. Die anderen hatten mit dir gerechnet. Dann ist es fair, auch den Abbruch laut auszusprechen, bevor jemand nachfragt.
Zum Nachdenken
- Welche Ankündigung von dir hat zuletzt deiner Energie den Weg freigemacht, und welche hat dir nur Arbeit eingebrockt?
- Wann haben Stimme und Hände gleichzeitig losgewollt, und was war der Auslöser von außen?
- Wer kommt mit deinem Tempo mit, wenn Sagen und Tun bei dir zusammenfallen, und wer braucht vorher einen Satz mehr?