Linkswinkel-Kreuz des Alpha
Ein Anfang, den andere mittragen, ist das Thema dieses Kreuzes. Eine Idee, die du oft genug gedreht hast, bekommt irgendwann eine Richtung, und die lässt sich nur im Kreis anderer prüfen. Alpha steht für den Anfang und für Führung, die aus dem Vorangehen entsteht. Zum Gedankenkreisen kommen eine Stimme, die für die Gruppe spricht, ein Druck, Neues zu beginnen, und ein Gedächtnis dafür, was früher getragen hat. Wer als Erstes losgeht, braucht Leute, die nachkommen; manchmal sind es gerade sie, die dich überhaupt erst loslaufen lassen.
Lebensthema
Alpha bedeutet hier den ersten Schritt, den du gehst, ohne zu wissen, ob jemand folgt. Ob dieser Schritt trägt, entscheidet sich bei diesem Linkswinkel-Kreuz zwischen Menschen: Nachbarschaften, Teams und Freundeskreise geben einem Vorschlag erst durch ihre Antwort seine Form. Du gibst eine Richtung vor, die Gruppe probiert sie aus, und mit dem, was zurückkommt, beginnt die Schleife von Neuem, mit einer angepassten Idee und einem neuen Versuch.
Führung ist in diesem Zusammenhang eine Bewegung. Sie kann leise anfangen, mit einer Frage am Gartenzaun oder einem Entwurf auf dem Tisch, und wächst, sobald andere sich anschließen. Wo niemand folgt, ist das eine Auskunft über den Anfang, die du für den nächsten Versuch nutzen kannst.
Die vier Tore
Ein Kreis von Menschen braucht jemanden, der sagt, wohin es geht, und dieses Kreuz setzt diese Rolle aus vier Teilen zusammen. 24 (Rückkehr) im dreht einen Gedanken über Tage oder Jahre, bis er klar genug ist, um vor anderen zu bestehen. Tor 31 (Führung) im richtet ihn an die Gruppe; ob er trägt, hängt davon ab, wie die anderen antworten. Tor 41 (Minderung) im bringt den Druck, mit etwas Neuem anzufangen, auch wenn erst ein kleiner Teil davon greifbar ist. Tor 44 (Wachsamkeit) im erinnert sich an frühere Verläufe und spürt, wem eine Gruppe ihr Vertrauen schenken kann.
Im Kreis gelesen: Ein Anfang drängt, der Gedanke reift, das Wort geht an die anderen, und die Erfahrung prüft, ob die Richtung hält.
Im Alltag
Im Hinterhof schlägst du als Kind vor, die Garagenzufahrt am Sonntag zum Spielplatz zu machen, und ein paar Nachbarskinder ziehen mit. Mit Mitte zwanzig hängst du im Treppenhaus einen Aushang auf, dass der Kinderwagenraum neu geordnet werden könnte, und zwei Parteien packen schon in der ersten Woche mit an. Später lädst du die Hausgemeinschaft ein, über den gemeinsamen Innenhof zu sprechen, und siehst, welche Ideen Anklang finden und welche erst eine zweite Fassung brauchen.
An der Rezeption des Hotels, in dem du mit neunzehn als Aushilfe anfängst, fällt dir auf, dass die Übergabe zwischen Früh- und Spätschicht jedes Mal Zeit kostet, und du legst eine Liste neben das Telefon. Einige Jahre später leitest du die Schicht in einer Großküche, sprichst im Team an, woran die Abläufe haken, und es zeigt sich, wer sich anschließt. Vor dem Wechsel in einen neuen Betrieb erinnerst du dich, welche Vorschläge früher getragen haben, und kannst deinen Einstieg danach wählen.