Juxtapositions-Kreuz der Rationalisierung
Warum ist das damals eigentlich so gelaufen? Diese Frage kommt bei dir nicht einmal, sondern in Schleifen, und mit jeder Runde fällt die Antwort ein Stück anders aus. Rationalisierung ist dabei keine Ausrede, sondern Ordnungsarbeit des Verstandes: Du sammelst, was Menschen dir erzählen, hältst es gegen frühere Erlebnisse und nimmst offene Gedanken wieder auf, bis sie einen Platz bekommen. Am Ende steht eine Erklärung, die aus Erfahrung gewachsen ist und die du selbst für stimmig hältst.
Lebensthema
Rationalisierung meint hier das Ordnen durch Verstand. Etwas ist geschehen, ein Satz ist gefallen, eine Entscheidung liegt zurück, und du willst begreifen, wie es dazu kam. Dieses Begreifen geschieht selten in einem Zug. Wörtlich heißt Juxtaposition Nebeneinanderstellung, und genau das tust du mit Erlebtem: Du legst Gehörtes, Erinnertes und neue Eindrücke nebeneinander, bis sich ein Zusammenhang abzeichnet. Deine Methode bleibt dieselbe, ob es um einen Streit in der Familie geht oder um eine Wendung im Beruf, und eine Erklärung, die andere dir anbieten, ersetzt das eigene Nebeneinanderlegen selten.
Eine Erklärung, die dir einleuchtet, gilt noch nicht für alle, und zum Thema gehört, sie immer wieder zu prüfen. Manches lässt sich begründen, ohne dass es dadurch stimmt.
Die vier Tore
Im Kern dieses Kreuzes steht 24 (Rückkehr) im . Ein Gedanke lässt dich nicht los, du kommst immer wieder bei ihm an, und mit jeder Runde fügt er sich besser zu einer Erklärung. Den Stoff dafür liefert Tor 13 (Zuhörer) im : was Menschen dir erzählen, oft mehr, als sie anderen sagen würden. Tor 44 (Wachsamkeit) im hält das neu Gehörte gegen frühere Erfahrungen und meldet, wenn sich etwas wiederholt. Tor 7 (Rolle des Selbst) im G-Zentrum fragt schließlich, wem eine Erklärung dient und wohin sie eine Gruppe führt.
Rationalisieren kann zweierlei heißen: Erlebtes so lange zu ordnen, bis es einen Sinn ergibt, oder sich etwas zurechtzulegen, das bequemer ist als das, was war. Die vier Tore brauchen einander. Ohne Gehörtes hätte die Rückkehr nichts zu ordnen, ohne den Vergleich fehlte ihr ein Prüfstein, und ohne Richtung bliebe die Erklärung eine Notiz für dich allein.
Im Alltag
Auf der Eisfläche des Stadtparks, wo du mit zehn zum ersten Mal Eishockey spielst, gehst du nach jeder Niederlage im Kopf durch, an welcher Stelle der Puck verloren ging. In der Kabine der Hobbyliga hörst du später zu, wie die Älteren ihre Fehler erklären, und gleichst es mit deinen ab. Als du selbst Neue anleitest, kommst du auf eine Erklärung zurück, die du als Kind für richtig hieltest, und kannst erkennen, dass sie nur halb gestimmt hat.
Am Waldrand hinter dem Dorf, wo du mit vierzehn jeden Herbst Kastanien sammelst, merkst du dir, unter welchen Bäumen die besten liegen, und legst dir eine Regel dafür zurecht. Bei einer Führung durchs Moor fragst du die Rangerin, warum das Wasser dort nicht abfließt; ihre Antwort trägst du eine Woche mit dir herum. In späteren Jahren gehst du dieselbe Runde durch die Heide immer wieder ab, und jede Saison kann deine Beobachtungen ein Stück anders ordnen.