Juxtapositions-Kreuz der Ermächtigung
Andere zu ermächtigen heißt, ihnen etwas in die Hand zu geben, womit sie selbst anfangen können, und das setzt ein Können voraus, das erst gewachsen sein muss. Ausdauer für eine Sache, die dich anspricht, trifft hier auf einen Beitrag mit deiner Handschrift, auf eine Stimmung mit eigenen Wellen und auf die Bereitschaft, Menschen nah genug heranzulassen. Dazu gehört Zutrauen: Du reichst jemandem die Mittel und traust ihm zu, etwas Eigenes daraus zu machen.
Lebensthema
Ermächtigung meint hier, dich selbst oder andere in die Lage zu versetzen, etwas zu tun. Es geht um Mittel wie Zeit, Wissen, Material und Zutrauen, und um eine Frage, die dich begleitet, seit du zum ersten Mal gemerkt hast, dass dir etwas gut gelingt: Was kann ich wirklich, und wem kann ich es in die Hand geben?
Endgültig fällt die Antwort selten aus, denn mit jedem neuen Können stellt die Juxtaposition die Frage von vorn. Du kannst erleben, dass du dir selbst zuerst etwas erlauben musst, bevor du es anderen zugestehst, und dass ein Können erst weitergegeben werden kann, wenn es sich in dir gesetzt hat. Zwischen persönlichem Weg und dem Weg mit anderen entsteht so ein Wechselspiel, das sich eher in Jahren als in Wochen zeigt.
Die vier Tore
Kraft und Geschick, die mit der Übung wachsen, bis aus einer Anlage ein Handwerk geworden ist: Das bringt 14 (Können) aus dem mit, und darum dreht sich dieses Kreuz.
Tor 8 (Beitrag) im macht aus diesem Können etwas, das andere sehen und für sich nutzen können. Tor 55 (Fülle) im fragt, ob dich eine Sache innerlich nährt; über Wochen mit hellen und trüben Tagen zeigt sich, ob sie Bestand hat. Tor 59 (Sexualität) im Sakralzentrum baut Nähe auf, und in dieser Nähe lässt sich etwas weitergeben: Wer dir lange genug über die Schulter schaut, kann sich etwas abschauen und es zum Eigenen machen.
Ermächtigung heißt bei diesem Kreuz, dass Können nicht bei dir bleibt. Es kann sichtbar werden, Stimmungen standhalten und in der Nähe auf andere übergehen, bis sie es selbst beherrschen.
Im Alltag
Bei einer Nachbarin, die dir mit zwölf Bruchrechnen erklärt, merkst du, wie sehr es hilft, wenn jemand den Stoff nicht vorführt, sondern dir den ersten Schritt überlässt. In einem Schweißkurs kommst du Jahre später erst nach Wochen in Fahrt, danach bleibst du dran, bis deine Nähte halten. Wenn du selbst Neue einführst, gibst du ihnen das Gerät schneller in die Hand, als du es je bekommen hast.
An der Tischtennisplatte im Park zeigst du mit vierzehn einem Freund deinen Aufschlag und lässt ihn so lange üben, bis er seine eigene Variante findet. Mit Mitte zwanzig bringst du in die Runde deiner Freunde einen Plan mit, und es kann sein, dass jemand zuerst widerspricht und dann überraschend eine eigene Seite dazu zeigt. Später entdeckst du, dass dich Treffen nähren, bei denen jede und jeder etwas mitbringt, und stellst dein Können gern zur Verfügung.