Juxtapositions-Kreuz des Verhaltens
Wie du einen Raum betrittst, wie du Nein sagst und was du auf deinen Teller lädst: Von außen sieht das nach Kleinigkeiten aus, und doch ist es dein Verhalten. Hinzu kommt die Frage, ob du dich so geben darfst, wie es zu dir passt, dazu Spielraum im eigenen Rhythmus, eine Meinung, die du aussprichst, und ein Auge für Verbesserungen. Deine Art zu handeln kann über Jahre erkennbar dieselbe bleiben, auch wenn sich Umgebung und Menschen ändern. Entscheidend ist hier weniger, was du tust, als wie du es tust.
Lebensthema
Verhalten meint hier die Summe der kleinen Entscheidungen, mit denen du dich durch einen Tag bewegst: Tempo, Tonfall, was du zusagst, was du lässt. 10 trägt dieses Thema; Spannweite, eine geformte Meinung und der Blick für Nachbesserung kommen hinzu.
Alte Bekannte, die dich nach langer Zeit wiedersehen, erkennen dich vermutlich eher an deinem Verhalten als an deinem Aussehen. Im Kleinen spielt sich diese Juxtaposition ab, in Gesten und Gewohnheiten mehr als in großen Entscheidungen, und starr macht sie dich nicht. Die Grundhaltung, mit der du Neues angehst, gehört zu dir, und du kannst sie verfeinern, statt sie auszutauschen. Von außen kann das eigenwillig wirken. Für dich kann es schlicht der Weg sein, auf dem du dich auch an gewöhnlichen Tagen nicht verlierst.
Die vier Tore
Im bildet Tor 10 (Verhalten des Selbst) die Mitte: Es fragt, wie du dich im Alltag behandelst und ob dein Auftreten zu dir passt. Dort sitzt auch Tor 15 (Extreme) und gibt diesem Verhalten Spielraum. Dein Rhythmus darf mal dicht, mal locker sein, und beides gehört zu dir. Zusammen ergeben die beiden ein Selbstbild, das Schwankungen aushält.
Aus dem macht Tor 17 (Meinungen) dein Verhalten ausdrückbar: Du ordnest, was du wahrnimmst, und kannst begründen, warum du dich so verhältst. Aus dem richtet Tor 18 (Korrektur) den Blick auf Gewohnheiten, die nicht mehr tragen, auch auf deine eigenen.
Das Selbst gibt die Art vor, die Extreme weiten sie, die Meinung benennt sie, und die Korrektur schleift sie nach. So kann dein Verhalten Weite, Sprache und Feinschliff bekommen, ohne seine Mitte zu verlieren.
Im Alltag
Auf dem Sofa, das ihr euch als erstes gemeinsam gekauft habt, ziehst du dich abends mit einem Buch zurück, ohne es zu erklären, und dein Gegenüber braucht ein paar Wochen, um das als deine Art zu lesen. Auf einem Spaziergang am Flussufer sagst du Jahre später, dass euch Entscheidungen am Abend schwerfallen, und schlägst vor, sie auf den Morgen zu legen. Mit Anfang vierzig lässt du es zu, dass ihr den Samstag getrennt verbringt, weil du weißt, wie verschieden ihr eure Tage taktet.
Vor dem Heftregal einer Schreibwarenhandlung greifst du mit zwölf für dein Taschengeld zum Muster, das alle langweilig finden, weil es dir gefällt. Im Elektronikfachmarkt entscheidest du dich mit Mitte zwanzig gegen das Gerät, das alle empfehlen, und nimmst das schlichtere, das zu deinen Gewohnheiten passt. Mit Ende dreißig sagst du im Gespräch mit der Bank, was dich an einem Angebot stört, und nennst die Zahlen, die dir fehlen.