Juxtapositions-Kreuz der Vollendung
Was du anfängst, soll irgendwann wirklich fertig sein, und genau darauf richtet sich dieses Kreuz. Zyklen mit Anfang, Mitte und Ende begleitest du bis zum Schluss, statt sie halb fertig liegen zu lassen. Dabei helfen dir ein Instinkt dafür, was sich weiterzuführen lohnt, die Geduld, etwas ausreifen zu lassen, die Lust, von Erlebtem zu erzählen, und die Bereitschaft, auf den passenden Rahmen zu warten. Wo andere schon beim Nächsten sind, fragst du, in jedem Alter aufs Neue, ob das Vorherige rund geworden ist.
Lebensthema
Vollendung bedeutet in diesem Namen das Durchlaufen eines Zyklus: Etwas beginnt, entwickelt sich, wird gelebt und darf enden. 42 trägt das Thema. Von Kontinuität, Stimulation und Begrenzung hängt ab, woran du merkst, dass etwas Zeit braucht, wie du davon erzählst und wann ein Abschluss ansteht.
Halbfertiges liegen zu lassen fällt dir schwer; in dieser Juxtaposition will ein Zyklus zu Ende gelebt werden. Du erkennst oft früher als andere, ob ein Vorhaben noch läuft oder ausgelaufen ist, und es kann dich Kraft kosten, wenn ein Zyklus abrupt abbricht oder sich unnötig zieht. Ein Abschluss, der stimmt, kann sich dann eher wie ein Atemholen anfühlen als wie ein Verlust.
Die vier Tore
Ob etwas weitergeführt werden soll, schätzt Tor 32 (Kontinuität) im leise ein. Es ist der Maßstab für das Bleibende und kommt ohne Begründung aus.
Tor 42 (Wachstum) im , um das sich dieses Kreuz dreht, will, dass ein Zyklus nicht auf halber Strecke versandet. Hier liegt die Neigung, Dinge ausreifen zu lassen, bis sie ganz erlebt sind.
Tor 56 (Stimulation) im macht aus dem Durchlebten eine Erzählung. Was du erfahren hast, kann bei anderen Fragen und eigene Geschichten wecken, sodass ein Abschluss nicht stumm bleibt.
Tor 60 (Begrenzung) im setzt die Grenze: Es wartet, bis die Lage reif ist, und findet unter knappen Bedingungen eine andere Gestalt. So bekommt das Ende seinen Platz und der Neubeginn seinen Rahmen.
Prüfen, reifen, weitergeben und auf den passenden Moment warten: Aus diesen Schritten setzt sich eine Vollendung zusammen.
Im Alltag
Im Archiv des Heimatvereins übernimmst du mit Mitte zwanzig die Chronik und führst sie Jahr für Jahr weiter. Als ein Band seinen Abschluss braucht, bleibst du dran, bis er gebunden bei den anderen steht. Irgendwann gibst du die Chronik an jemand Jüngeren ab, und erst dann kann es sich frei anfühlen, etwas Neues anzufangen.
Beim Martinszug durch deine Siedlung läufst du als Kind ganz hinten mit, von den Älteren mitgezogen. Mit dreißig organisierst du ihn selbst und achtest darauf, dass er mit einem gemeinsamen Lied endet und nicht irgendwo ausfranst. Viele Jahre danach kannst du spüren, dass dieser Kreis sich geschlossen hat, richtest ihn ein letztes Mal aus und denkst beim Aufräumen schon an das nächste Fest.