Juxtapositions-Kreuz der Bewahrung
Welche Gewohnheit, welcher Gegenstand, welche Verbindung soll weitergetragen werden, und was darf gehen? Bewahren heißt hier auswählen: Du spürst, was sich bewährt hat, hütest es und gibst ihm einen Rahmen, der es hält. Manches davon gibst du als Geschichte weiter. Dein Sinn dafür, was wert ist, erhalten zu werden, bleibt über die Lebensabschnitte hinweg bemerkenswert beständig. Wertvolles soll so gehütet werden, dass es auch für andere lebendig bleibt.
Lebensthema
32 trägt das Thema: Es liefert eine leise Einschätzung, was Pflege verdient und was ausgedient hat. Die drei übrigen Tore arbeiten dieser Einschätzung zu. Eines lässt das Gewählte reifen, eines gibt ihm Worte, und eines setzt einen Rahmen, in dem es Platz findet.
Ein altes Liederbuch, ein Ritual zum Jahresende, eine Freundschaft aus der Schulzeit: Auf solche Dinge, die weitergetragen werden wollen, richtet die Juxtaposition deinen Blick, und für sie suchst du einen Rahmen, der sie hält. Dabei kann es sein, dass du an Bewährtem hängst, obwohl sich die Lage verändert hat. Dann hilft die Frage, ob der Rahmen noch passt oder neu gebaut werden will.
Die vier Tore
Was bleiben soll, prüft Tor 32 (Kontinuität) im , und um diese stille Auswahl kreist das Kreuz. Tor 42 (Wachstum) im gibt dem Gewählten Zeit, bis es ausgereift ist. Sobald Tor 56 (Stimulation) im mitspielt, wird aus dem Bewahrten Erzählstoff: Eine Gewohnheit oder ein Fundstück bekommt Worte, an die andere anknüpfen können. Den Rahmen setzt Tor 60 (Begrenzung) im , etwa als Platz, den ein Vorrat bekommt, oder als Zeit, die ein Brauch beansprucht.
Einschätzen, reifen lassen, erzählen, einrahmen: Diese Schritte folgen keiner festen Ordnung. Das Milzzentrum steuert die Auswahl bei, das Wurzelzentrum die Grenze, das Sakralzentrum die Ausdauer und das Kehlzentrum die Stimme.
Im Alltag
Im Wohnungsflur deiner Kindheit hängt eine Garderobe mit einem Haken für jedes Familienmitglied, und du bestehst mit neun darauf, dass deiner bleibt, wo er ist. In deiner ersten Wohnung zeigst du Freunden dein Gewürzregal und erzählst, welches Glas von wem stammt. Wird die Wohnung später zu zweit zu eng, entscheidest du Stück für Stück, was im Schrank bleiben darf; die Frage nach dem Platz kann zur Frage werden, was davon noch zu dir gehört.
Auf der Straße, in der du mit fünfzehn jeden Morgen Zeitungen austrägst, kennst du bald jeden Briefkasten und merkst dir, wer sich über eine Karte zum Feiertag freut. Später schreibst du in die Nachbarschaftsgruppe, dass der Hofflohmarkt auch nächstes Jahr stattfinden sollte, und erzählst, was im Vorjahr gut lief, sodass andere Ideen dazugeben. Wird die Straße Jahre danach verkehrsberuhigt, kannst du anregen, den Flohmarkt aus den engen Höfen auf die Fahrbahn zu holen.