Dein Chart lesen: Schritt für Schritt
Du hast dein Chart vor dir und weißt nicht, wo du anfangen sollst. Lies es vom Groben zum Feinen: erst und , dann und , danach Zentren, Kanäle und im Bodygraph und zuletzt das . Dafür brauchst du dein Ergebnis aus dem kostenlosen Rechner. Für den ersten Abend genügen Typ, Strategie und Autorität. Was im Chart steht, ist Deutung zum Nachdenken und Ausprobieren, keine Vorhersage. Was Human Design überhaupt ist, erklärt die Einführung in Human Design.
Vorab: Uhrzeit und Ort prüfen
Ganz oben im Ergebnis steht, wofür gerechnet wurde: Datum, Uhrzeit und Ort, darunter Koordinaten und Zeitzone. Prüfe das zuerst, denn eine andere Uhrzeit kann Kanäle und Zentren verändern und damit Typ und Autorität. Hat die Suche weitere Orte gefunden, stehen sie unter „Anderer Ort gemeint?“ zur Auswahl. Ein Klick rechnet mit dem gewählten Ort neu. Anders ausfallen kann das Chart dabei nur, wenn „andere Zeitzone“ dabeisteht.
Fehlt dir die Geburtszeit, setz den Haken bei „Geburtszeit unbekannt“. Dann geht der Rechner jede Minute deines Geburtstags durch und zeigt „Dein Chart ohne Geburtszeit“. Werte, die den ganzen Tag gelten, stehen dort ohne Zusatz. Wo es mehrere Möglichkeiten gibt, beim Profil zum Beispiel immer, steht „je nach Uhrzeit“, und jede Möglichkeit hat ihr Zeitfenster. Einen Bodygraph zeigt der Rechner dann nicht, denn er müsste sich für eine Uhrzeit entscheiden.
Schritt 1: Typ, Strategie und Autorität
Hast du eine Geburtszeit eingegeben, beginnt das eigentliche Ergebnis mit dem Kasten „Dein Chart auf einen Blick“. Seine acht Felder heißen „Typ“, „Strategie“, „Innere Autorität“, „Profil“, „“, „Signatur“, „Nicht-Selbst-Thema“ und „Inkarnationskreuz“. Darunter folgen im selben Kasten die Zentren, die Kanäle und vier kurze Texte zu Typ, Autorität, Profil und Definition, jeder mit „Mehr erfahren“.
Fang beim Typ an und lies die Strategie gleich mit, denn beide gehören zusammen. Beim Generator steht dort „Reagieren“, beim Projektor „Auf die Einladung warten“. Die Autorität zählt, sobald eine Entscheidung ansteht. Bei „Sakrale Autorität“ antwortet nach der Lehre dein Bauch im Moment, bei „Emotionale Autorität (Solarplexus)“ reift die Antwort über Stunden oder Tage.
Die Signatur, bei Generatoren „Zufriedenheit“, gilt als Zeichen, dass du deiner Strategie folgst. Das Nicht-Selbst-Thema, etwa „Frustration“, gilt als Hinweis auf einen Umweg. Nimm beides als Anstoß zum Beobachten, nicht als Urteil über dich.
Schritt 2: Profil und Definition
Das Profil verbindet die zwei Seiten deines Charts: die aus dem Moment deiner Geburt und das aus einem Moment etwa drei Monate davor. Im Feld „Profil“ stehen zwei Zahlen, zum Beispiel 2/4. Die vordere ist die deiner Sonne in der Persönlichkeit, der bewussten Seite, die hintere die Linie deiner Sonne im Design, der unbewussten Seite. Die vordere erkennst du nach der Lehre eher an dir selbst, die hintere fällt oft zuerst anderen auf.
Die Definition zeigt, wie deine definierten Zentren zusammenhängen. Bilden sie einen einzigen Bereich, lautet sie „Einfache Definition“, bei zwei getrennten Bereichen „Geteilte Definition“ und so weiter bis „Vierfach geteilte Definition“. „Keine Definition“ haben nur Reflektoren, denn bei ihnen ist kein Zentrum definiert. Über deinen Wert sagt die Art nichts.
Schritt 3: Die Zentren im Bodygraph
Unter dem Kasten folgt der Bodygraph, das Bild deines Charts, mit den neun Zentren. Definierte Zentren sind farbig gefüllt, undefinierte bleiben dunkel mit hellem Rand. Jedes Zentrum hat seine feste Farbe, bei allen Menschen dieselbe. Dieselben Zentren nennt der Kasten unter „Definierte Zentren“ und „Undefinierte Zentren“.
Definiert ist ein Zentrum erst, wenn es an einem definierten liegt. Ein einzelnes aktiviertes Tor genügt nicht. Undefinierte Zentren heißen im Lernbereich offen und gelten als besonders empfänglich für andere Menschen.
Tippst oder klickst du auf ein Zentrum, öffnet sich ein Fenster mit Einzelheiten, auf dem Handy von unten, auf großen Bildschirmen von rechts. Unter „Status“ steht, ob das Zentrum definiert ist, dazu kommen „Aktive Tore“, „Aktive Kanäle“ und ein kurzer Text mit „Mehr erfahren“.
Schritt 4: Kanäle, Tore und Linien
An beiden Enden eines Kanals liegt ein Tor. Ein Tor ist aktiviert, wenn bei deiner Geburt oder im Design ein Himmelskörper darin stand. Erst wenn beide Tore aktiviert sind, gilt der Kanal als definiert, ganz gleich, von welcher Seite sie kommen. Im Kasten stehen deine definierten Kanäle unter „Aktive Kanäle“ als Nummernpaare wie 20-34, jedes mit einem Link zu seinem Text.
Im Bodygraph leuchtet ein definierter Kanal als durchgehende Linie, Kanäle ohne aktiviertes Tor bleiben eine blasse Spur. Jede Hälfte hat die Farbe ihres Tores: hellgrau für die Persönlichkeit, rot für das Design, grau und rot nebeneinander, wenn beide Seiten das Tor aktivieren. In vielen anderen Charts ist die Persönlichkeit schwarz. Leuchtet nur eine Hälfte, ist ihr Tor ein hängendes Tor. Es definiert weder Kanal noch Zentrum, und die Lehre sieht darin ein Thema, das sein Gegenstück oft in anderen Menschen findet.
Auf größeren Bildschirmen erklärt eine Legende über dem Bodygraph die Farben: „Persönlichkeit“, „Design“, „Beide“, „Hängendes Tor“ und „Definiertes Zentrum“. In den Zentren stehen die Nummern der Tore, aktive mit einem Ring in der Farbe ihrer Seite. Auf schmalen Bildschirmen wie dem Handy fehlt die Legende, und du siehst zuerst nur die aktiven Nummern. Die übrigen erscheinen, wenn du hineinzoomst, mit zwei Fingern oder dem Plus oben rechts.
Ein Tippen oder Klicken auf ein Tor zeigt sein Zentrum, seinen Status, etwa „Nur Design“, und die Himmelskörper, die es aktivieren, mit ihrer Linie. Bei einem definierten Kanal siehst du seine zwei Zentren, seinen Schaltkreis, eine von drei Gruppen der Kanäle, und den Stand seiner Tore. Von dort führt ein Link zum Text des Tors oder Kanals.
Alle 26 Aktivierungen stehen im zugeklappten Abschnitt „Aktivierungsdetails als Tabelle“ unter dem Bodygraph: je eine Tabelle für „Persönlichkeit“ und „Design“ mit den 13 Himmelskörpern, ihrem Tor und ihrer Linie, jeweils verlinkt. „Farbe“, „Ton“ und „Basis“ teilen die Linie noch feiner und haben mit den Farben im Bodygraph nichts zu tun.
Schritt 5: Inkarnationskreuz und wie es weitergeht
Zuletzt das Inkarnationskreuz. Sein Name steht schon im Kasten und führt zu seinem Text. Er beginnt mit dem Winkel, also „Rechtswinkel-Kreuz“, „Linkswinkel-Kreuz“ oder „Juxtapositions-Kreuz“, und den Winkel legt dein Profil fest. Das Kreuz selbst ergibt sich aus vier Toren, die du in der Tabelle findest: Sonne und Erde, jeweils in der Persönlichkeit und im Design. Gedeutet wird es als Lebensthema, nicht als Auftrag.
Danach beginnt das Ausprobieren. Nimm dir an jedem Abend einen Teil vor, lies seinen Text und notiere einen Satz, in dem du dich wiedererkennst. Was nicht zu dir passt, lässt du liegen.
Die Persönliche Analyse erklärt dein Chart Kapitel für Kapitel, vom Typ bis zum Inkarnationskreuz, mit Beispielen aus dem Alltag.