Juxtapositions-Kreuz des Experimentierens
Ein Versuch wird erst dann zu einem, wenn du ihn wiederholst und dabei etwas veränderst. Um dieses Ausprobieren geht es hier: Die Begeisterung von 16 gibt den Anstoß, der Fokus von Tor 9 hält dich an der Sache, der Zweifel von Tor 63 prüft das Ergebnis, und die Verwirrung von Tor 64 sammelt, was dabei noch unklar bleibt. So kannst du Stück für Stück herausfinden, was trägt und was nicht. Experimentieren heißt damit: eine Folge von Versuchen, von denen jeder etwas über den nächsten verrät.
Lebensthema
Tor 16 trägt das Experimentieren: Du willst etwas richtig können, und der Weg dorthin führt über Versuche, die zunächst unvollkommen sind. Drei weitere Tore bestimmen, wie du probierst. Du kannst dranbleiben, das Ergebnis kritisch befragen und offene Fragen eine Weile liegen lassen, bis sich ein Zusammenhang zeigt.
Deine Versuchsreihen folgen eigenen Regeln. Ob in der Küche, an einem Instrument oder im Beruf: Du probierst so, wie es dir entspricht, und Anleitungen anderer dienen eher als Ausgangsmaterial denn als Vorschrift. Die Juxtaposition macht das Ausprobieren so zu der Art, wie du dir überhaupt etwas aneignest. Ein Versuch darf misslingen, ohne vergeblich gewesen zu sein, denn er zeigt dir, was du beim nächsten Mal anders machst. Was du erprobt hast, lässt sich erzählen, vorführen oder weitergeben; darin liegt die Brücke zwischen dem, was dich persönlich anzieht, und dem, was andere davon haben.
Die vier Tore
Tor 16 (Begeisterung) im gibt den Startschuss für Versuche: Lust auf eine Fertigkeit und die Bereitschaft, sie wieder und wieder zu üben. Tor 9 (Fokus) im gibt dem Anlauf Ausdauer. Es kann dich bei Kleinigkeiten halten, bis sie stimmen, statt einen Versuch nach der ersten Enttäuschung zu verlassen.
Tor 63 (Zweifel) im stellt die Gegenfrage: Hat das wirklich funktioniert, und woran lässt es sich messen? Damit bekommt jeder Versuch eine Auswertung. Tor 64 (Verwirrung), ebenfalls im Kopfzentrum, sammelt, was sich noch nicht einordnen lässt, und hält es offen, bis ein Zusammenhang auftaucht.
Ein Experiment im Sinn dieses Kreuzes hat also vier Phasen: anfangen, wiederholen, auswerten und offenlassen, was sich noch nicht deuten lässt. Weil die beiden Tore im Kopfzentrum, einem , immer neue Fragen erzeugen, kann eine ausgewertete Runde schon den nächsten Versuch anstoßen.
Im Alltag
In der Versuchsküche eines Catering-Betriebs probierst du in deiner Ausbildung eine Soße mit weniger Salz, notierst, was die Gäste dazu sagen, und stellst die Menge im nächsten Durchgang um. In der Marketingabteilung testest du später zwei Fassungen einer Anzeige und zweifelst am besseren Ergebnis, weil die Zahl zu klein ist; du lässt den Test länger laufen. Mit Mitte dreißig liegt eine Frage zu einem Verfahren monatelang unbeantwortet auf deinem Schreibtisch, bis dir bei etwas ganz anderem der Zusammenhang auffällt und du das Verfahren am nächsten Morgen umstellst.
Im Tanzverein deiner Stadt probierst du mit sechzehn eine neue Schrittfolge für den Auftritt aus und filmst sie mit dem Handy, um zu sehen, wo sie hakt. Als du später die Tänze für die Jugendgruppe zusammenstellst, fragst du nach einer misslungenen Probe, woran es lag, und änderst eine Kleinigkeit. Irgendwann weißt du nicht, warum eine Figur bei dir funktioniert, und lässt die Frage offen, bis jemand beim Zuschauen einen Zusammenhang benennt.