Juxtapositions-Kreuz der Tiefe

Gründliches Wissen steht hier im Mittelpunkt, und die Frage, wie viel davon du selbst in der Hand behalten willst. Daneben wirken der Wunsch, selbst zu steuern, der Schwung, Neues anzufangen, und der Zug nach oben. Dein Hunger nach Tiefe ändert über die Jahrzehnte kaum seine Richtung, gleich wohin dich Beruf und Leben führen. Du gräbst weiter, statt dich mit dem ersten Können zufriedenzugeben, und prüfst dabei, wem das Gelernte dient.

Lebensthema

Tiefe heißt in diesem Kreuz Üben, Nachbohren und Vertiefen; die Juxtaposition gibt dem Ganzen eine Richtung, nach unten statt in die Breite. Vielleicht erlebst du den Moment, in dem die Handgriffe sitzen und trotzdem eine leise Unruhe bleibt, ob hinter dem Können noch mehr steckt. Diese Unruhe gehört zum Thema. Sie kann dich zu Gründlichkeit führen, sie kann dich aber auch daran zweifeln lassen, ob du genug weißt, obwohl andere dich längst brauchen.

Getragen wird das Thema von 48; die drei übrigen Tore legen fest, wofür du die Tiefe einsetzt: um etwas zu ordnen, etwas Neues zu beginnen und weiterzukommen. Weniger in vielen Richtungswechseln als in der Treue zu einer Sache, die du über Jahre vertiefst, zeigt sich dieses Kreuz. Wann eine Sache fertig ist, entscheidest du eher selbst, als dass dein Umfeld es dir vorgibt.

Die vier Tore

Hinter diesem Kreuz steht Tor 48 (Tiefe) im : der Wunsch, einer Aufgabe tatsächlich gewachsen zu sein. Tor 21 (Kontrolle) im fragt, wer für das Anvertraute einsteht und wie viel Lenkung es verträgt. Daraus wird der Anspruch, etwas nicht nur zu verwalten, sondern es zu beherrschen.

Tor 53 (Anfänge) und Tor 54 (Ambition) im bringen Bewegung: Das eine setzt etwas in Gang, das andere will mehr daraus machen. Weil Herzzentrum und Wurzelzentrum zu den zählen, bekommt die Tiefe von zwei Seiten Schub, anzufangen und dranzubleiben.

Wie die vier zusammenspielen, kann sich mit den Lebensphasen verschieben: Mal bremst die Sorge um das eigene Können den Anfang, mal prescht der Ehrgeiz vor, bevor die Tiefe da ist. Dein Kreuz fragt, ob dein Aufstieg auf einem Grund steht, den du selbst gelegt hast.

Im Alltag

Vor dem Hauseingang schaufelst du mit neunzehn, im ersten Winter allein, den Schnee weiter als bis zur eigenen Stufe und probierst aus, welche Schaufel und welches Streugut am besten taugen. Ein paar Jahre später schreibst du den Räumplan für die ganze Straße neu, und irgendwann zeigst du einer Zugezogenen, wo der Streusalzvorrat liegt und warum die Reihenfolge so gewählt ist. Was du gründlich verstanden hast, kannst du so Schritt für Schritt abgeben.

In der Elektrowerkstatt, in der du deine Ausbildung beginnst, verdrahtest du denselben Verteilerkasten nach Feierabend noch einmal, bis du jede Klemme erklären kannst. Einige Jahre später fragen dich die anderen bei jeder kniffligen Anlage, und deine Gründlichkeit kann Zeit kosten, die im Betrieb knapp ist. Mit Anfang vierzig legst du ein Handbuch an, damit dein Wissen nicht an dir hängt, und fragst dich, ob du schon genug weißt, um es aufzuschreiben.

Tor Eines von 64 Segmenten des Tierkreises, jeweils 5,625° breit, direkt einem Hexagramm des I Ging zugeordnet und mit einem Zentrum verbunden.
Milzzentrum Das älteste Bewusstseinszentrum; nach der Lehre Sitz von Intuition, Instinkt und Wohlbefinden. Es meldet sich leise, spontan und nur im gegenwärtigen Moment.
Herzzentrum Auch Ego- oder Willens-Zentrum genannt; liefert Willenskraft, Selbstwert und die Energie für Versprechen, Verträge und materielle Ressourcen.
Wurzelzentrum Druckzentrum und Motor zugleich, am unteren Ende des Charts; die Lehre verbindet es mit Adrenalin, Antrieb und dem Druck, in Bewegung zu kommen.
Motor Sammelbegriff für die vier energieerzeugenden Zentren: Herz-, Sakral-, Solarplexus- und Wurzelzentrum — sie liefern den Treibstoff für Handeln.