Juxtapositions-Kreuz der Prinzipien
Eine Antwort, die nur im Kopf stimmt, hält selten lange stand; erst was sich im Handeln bewährt, wird zu einem Grundsatz, an dem du festhältst. Die Prüfung läuft in Stufen: Was glaube ich zu wissen, was davon zeige ich, wofür reicht meine Ausdauer, und welche Regel soll für alle Beteiligten gelten? Was diese Prüfung übersteht, nimmst du mit, auch in eine neue Stadt oder einen neuen Freundeskreis. Grundsätze entstehen hier aus Erprobtem.
Lebensthema
Mit Prinzipien ist hier etwas Gewachsenes gemeint: Grundsätze, die jemand geprüft und für tragfähig befunden hat. Im Zentrum steht 49, die Revolution, mit der Frage, was zwischen Menschen gelten soll; Antworten, Beitrag und Können geben dieser Frage Stoff. Diese Juxtaposition setzt die Probe vor die Regel: Was für dich gelten soll, muss erst Orte, Umstände und Gesprächspartner überstehen. Ein Grundsatz ist hier ein Standpunkt, den du erst im Tun gewonnen hast und deshalb nicht bei jedem Einwand aufgibst. Er entsteht beim Arbeiten und Ausprobieren, manchmal auch beim Aufkündigen einer Vereinbarung, die sich falsch anfühlte. Das kann Halt geben und manchmal Reibung, wenn andere ihre Regeln anders gebaut haben.
Die vier Tore
Ein Grundsatz beginnt hier als Gedanke: Tor 4 (Antworten) im formt eine Erklärung, die schlüssig klingt und ihre Probe noch vor sich hat. Im trägt Tor 8 (Beitrag) diesen Entwurf als eigenen Stil oder Vorschlag nach außen und zeigt anderen damit eine Möglichkeit, die sie noch nicht gesehen haben. Die Kraft, aus dem Vorschlag eine Praxis zu machen, die über Jahre hält, kommt aus dem , einem , in dem Tor 14 (Können) liegt. Das letzte Wort hat Tor 49 (Revolution) im : Es fragt, ob das Ergebnis zwischen Menschen fair bleibt, und meldet sich, sobald eine Vereinbarung einseitig wird.
Vom Gedanken bis zur Gültigkeit durchläuft ein Prinzip also vier Stationen: denken, zeigen, durchhalten, abwägen. Wo ein Schritt ausfällt, steht ein Grundsatz auf dünnem Boden, etwa als Entwurf ohne Probe, als Können, das niemandem dient, oder als Beitrag, der nie nach der Fairness gefragt hat.
Im Alltag
Am Schreibtisch im Kinderzimmer erklärst du mit vierzehn einer Freundin eine Matheaufgabe und merkst, dass dein Lösungsweg nur deiner ist. In einem Online-Kurs fürs Programmieren prüfst du jede Regel, die dort als selbstverständlich gilt, erst an einem kleinen eigenen Projekt, bevor du sie übernimmst. Im Forum deines Fernstudiums schreibst du später eine Anleitung für Neue, in der dieselben Grundsätze stehen wie damals, nur besser begründet.
Vor der Mensa diskutierst du im ersten Semester bis spät in die Nacht darüber, was Freunde einander schulden, und hältst an deiner Antwort fest, auch als zwei andere widersprechen. Beim Brettspielabend, den euer Kreis reihum ausrichtet, schlägst du Jahre danach vor, die Hausregeln für Neue aufzuschreiben, und bringst ein eigenes Beispiel mit. Fragst du noch viel später, ob eine Absprache im Kreis für alle gilt, kann dein Standpunkt fast wörtlich klingen wie damals vor der Mensa.