Kanal 25-51 – Initiation

Mut, der aus deinem Selbst kommt und nicht aus Berechnung, prägt 25-51 (Initiation). Zwischen und wird Offenheit hier zu einem Impuls, ins Ungewisse zu springen. Ist der Kanal in deinem Chart geschlossen, kann das jederzeit geschehen: Du wagst etwas, bevor du es dir ausgemalt hast, oder ein Ereignis reißt dich plötzlich aus der Routine. Ob der Moment bequem ist, spielt dabei kaum eine Rolle. Identität und Willenskraft gehen gemeinsam los, und oft wird erst hinterher sichtbar, wohin der Sprung geführt hat.

Thema

Um den ersten Schritt ohne Garantie dreht sich dieser Kanal. Er verbindet das G-Zentrum mit dem Herzzentrum und definiert beide. Aus dem Herzzentrum, einem , kommt die Willenskraft für den Sprung ins Unbekannte, aus dem G-Zentrum das Gespür, dass dieser Sprung zu dir gehört. Für den hat der Kanal allein keine feste Folge; er wirkt mit den übrigen Kanälen des Charts zusammen. Was du beginnst, hat oft vorher niemand so versucht, und sein Wert liegt im Anfangen selbst, weniger im Ergebnis. Der Kanal gehört zum individuellen Schaltkreis, dem Kreis, der von der Eigenart des Einzelnen handelt.

Die beiden Tore

25, der Geist des Selbst, steht im G-Zentrum und bringt eine Unbefangenheit mit, die sich auf Erfahrungen einlässt, ohne sie vorab zu bewerten. Tor 51, der Schock, steht im Herzzentrum und bringt den Mut mit, Gewohntes aufzubrechen.

Aneinandergebunden erhält die Unbefangenheit einen Stoß und der Stoß ein Selbst, von dem er ausgeht. Streit gibt es über den Absprung. Tor 51 will sofort springen, Tor 25 will dabei bei sich bleiben. Halten sich beide die Waage, wird ein Wagnis daraus, das zu dir passt: kein Sprung um des Sprungs willen, eher ein Schritt ins Ungewohnte, den du hinterher noch als deinen erkennst.

Im Alltag

Am Samstagmarkt liegt an einem Stand ein handgebundenes Notizbuch, dessen Preis weit über allem liegt, was du je für Papier ausgegeben hast. Du rechnest nicht lange. Etwas an der Art, wie die Händlerin die Seiten umschlägt, gehört zu dir, und du greifst zum Geldbeutel, bevor eine Liste im Kopf entsteht. Der Kauf kommt wie ein kleiner Ruck, und doch zweifelst du keinen Moment, dass er von dir stammt und kein Trend ihn eingegeben hat.

Beim Treffen mit alten Freunden liegt seit Monaten ein Thema in der Luft: die gemeinsame Reise, die nie gebucht wurde. Alle warten, dass jemand anfängt. Du sagst, du reservierst im März die Zimmer in Triest, wer mitkommt, soll sich bis Freitag melden. Das ist kein ausgearbeiteter Plan, aber ein Anstoß, der erkennbar aus deinem eigenen Wunsch kommt, und die Runde muss sich nun dazu verhalten.

Die Straßenlaterne vor dem Spielplatz ist seit dem Sommer dunkel, und alle in der Straße beklagen sich darüber. Eines Morgens rufst du beim Bauamt an, nennst die Nummer am Mast und klebst einen Zettel daran: gemeldet, Rückfragen bei dir, mit Hausnummer. Niemand hat dich gebeten, und doch fühlt es sich an, als hätte die dunkle Laterne auf dich gewartet.

Typische Fallen

Der Sprung kann zum Beweis werden. Weil jemand am Tisch ungläubig schaut, kündigst du an, allein mit dem Zug bis ans Nordkap zu fahren, und merkst irgendwo hinter Stockholm, dass Tor 25 gar nicht mitgekommen ist: Der Mut war da, das Selbst nicht.

Auch der Schock selbst kann dich in Entschlüsse treiben, die nicht deine sind. Eine Nachricht trifft dich, ein Streit flammt auf, und du lehnst ein Angebot ab oder schickst eine Absage, noch bevor du gespürt hast, was du eigentlich willst. Ob der Impuls von dir ausgeht oder nur auf einen Reiz antwortet, zeigt sich oft schon nach einer Stunde.

Zum Nachdenken

  • Bei welchem Wagnis ist dein Selbst wirklich mitgegangen, und bei welchem hast du nur den Mut vorgeführt?
  • Welchen ersten Schritt schiebst du auf, bis eine Garantie da ist, dass er zu dir passt?
  • Wo wünschst du dir, dass ein anderer Mensch den Anfang macht, obwohl du ihn selbst setzen könntest?
Kanal Eine Verbindung zwischen zwei Zentren, gebildet aus zwei aktivierten Toren an beiden Enden, die diese Zentren dauerhaft definiert.
G-Zentrum Das zentrale Zentrum für Identität, Liebe und Richtung; beherbergt das Gefühl des wahren Selbst und die geometrische Lebensroute.
Herzzentrum Auch Ego- oder Willens-Zentrum genannt; liefert Willenskraft, Selbstwert und die Energie für Versprechen, Verträge und materielle Ressourcen.
Motor Sammelbegriff für die vier energieerzeugenden Zentren: Herz-, Sakral-, Solarplexus- und Wurzelzentrum — sie liefern den Treibstoff für Handeln.
Typ Die Grundeinteilung in fünf Typen. Sie ergibt sich daraus, ob Zentren definiert sind, ob das Sakralzentrum dazugehört und ob ein Motor über definierte Kanäle das Kehlzentrum erreicht.
Tor Eines von 64 Segmenten des Tierkreises, jeweils 5,625° breit, direkt einem Hexagramm des I Ging zugeordnet und mit einem Zentrum verbunden.